Werbung

Wie viele von euch bereits mitbekommen haben, wird aktuell lautstark das Thema "Werbung", und wie man damit umzugehen hat, diskutiert. Die Verunsicherung unter den Bloggern ist mittlerweile groß, da die Umsetzung nicht so durchsichtig ist, wie wir "Nichtjuristen" es eigentlich bräuchten. Aus diesem Grund deklariere ich zukünftig bestimmte Details meiner Rezensionen, auch wenn ich keinerlei kommerziellen Zweck damit verfolge und auch noch nie eine monetäre Gegenleistung dafür erhalten habe. Aber ihr wisst ja: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Alternativ bliebe mir, aus Angst meinen Blog zu schließen! Da jedoch mein Herz daran hängt,
kennzeichne ich hiermit gemäß § 2 Nr. 5 TMG folgende Inhalte als Werbung:
In meinen Beiträgen finden sich (zu informativen Zwecken) Links zu Verlagen und Autoren, sowie zu Büchern auf der Webseite des jeweiligen Verlags bzw. Autors.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Herzblut #1 - Gegen alle Regeln

Quelle: Mira Taschenbuch
Herzblut #1 - Gegen alle Regeln
von Melissa Darnell  

Deutsche Erstveröffentlichung

Originalverlag: Harlequin Teen, Toronto, 2011
Übersetzung von Peer Mavek

Erscheinungstermin: 01. März 2013
Broschiert,
400 Seiten,
ISBN: 978-3-86278-513-1 

12,99 EUR [D] 13,40 EUR [AT] 18,90 sFr [CH]
ISBN eBook 978-3-86278-583-4 
12,99 EUR [D]




die Autorin:

Melissa Darnell war von klein auf buchversessen. Sie hat über 70 Titel verfasst, lektoriert oder gestaltet. Frühe Texte haben ihr so unterschiedliche Preise eingebracht wie eine Harry-Potter-Gesamtausgabe und ein Pony inklusive Futter. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt Darnell heute in South Dakota, schaut am liebsten "True Blood" und probiert gern neue Haarfarben aus. 


Klappentext:


Eine verbotene Liebe, Blutsgeheimnisse und eine Heldin zwischen zwei Welten: Melissa Darnells mitreißendes Romandebüt!

Wenn zwei Herzen in deiner Brust schlagen und du für deinen Freund zur größten Gefahr werden kannst - was würdest du tun?

Als Kinder waren sie wie Seelenverwandte. Doch auf der Jacksonville High leben sie wie in zwei Welten. Denn Tristan gehört zur elitären Clann-Clique. Und es vergeht kein Schultag, an dem Savannah den Hass der anderen Clanns nicht zu spüren bekommt ? Dennoch fühlt sie sich immer noch die besondere Verbindung zu Tristan. Als plötzlich dunkle Kräfte in Savannah erwachen, offenbart ihr Vater ihr ein erschütterndes Blutsgeheimnis. Jetzt weiß sie, warum die Clanns sie ablehnen und warum sie Tristan nicht lieben darf: Sie alle haben eine magische Gabe, aber Savannah ist anders - und kann für Tristan zur tödlichen Gefahr werden! Und trotzdem siegt Savannahs Sehnsucht, als Tristan sich heimlich mit ihr treffen will...



Zitate:
"Der Kosename warf mich aus der Bahn. Er hatte den alten Namen für mich so leichthin benutzt, als wären wir noch in der vierten Klasse und die besten Freunde. Als hätte er nicht in den letzten fünf Jahren so getan, als würde er mich nicht kennen. Seite 32
"Wir redeten hier über mich, nicht über sie; mein Leben, nicht ihres, das aus einer langen Reihe von Lügen und verrückten Familiengeheimnissen bestand ." Seite 51
"Ich erwiderte sein Lächeln, auch wenn es mir mit meinem schlechten Gewissen nicht leichtfiel.Seite 94 

Charaktere:

Savannah lebt mit ihrer Nanna und ihrer Mutter in Jacksonville. Ihr Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen, seitdem versucht sie krampfhaft ihm auch nur ansatzweise etwas recht zu machen. Egal was sie anfasst, sie hat immer das Gefühl, dass sie ihren Vater enttäuscht, der sich, nebenbei bemerkt, auch nur sehr selten meldet und weit entfernt von einem liebevollen Elternteil ist.
Savannah leidet nach wie vor darunter, dass ihre damaligen besten Freunde, zu denen auch Tristan gehörte, sie von heute auf morgen ignoriert, geschnitten und gedemütigt haben. Noch immer kann sie nicht verstehen, wie es dazu kommen konnte. Zusammen mit ihren heutigen Freunden, versucht sie die Kinder des Clanns so gut es geht zu meiden. Wenn da nur nicht Tristan wäre, der ihr nach all den Jahren noch immer nicht aus dem Kopf gehen will... Sie will so bald wie möglich dieses Leben hinter sich lassen und raus aus Jacksonville.

Tristan ist Teil der Clann-Kinder. Dass er später seinen Vater als Clann-Anführer ablösen soll, passt ihm ehrlich gesagt überhaupt nicht. Denn mit vielen Regeln und Vorgehensweisen des Clanns ist er so gar nicht einverstanden. Unter anderem natürlich dem Verbot, mit Savannah befreundet zu sein. Er wäre am liebsten einfach nur ein normaler Mensch, der sein Leben so leben kann, wie er es möchte. Stattdessen muss er sich fügen und darf auch mit keinem darüber reden, was sie sind und können...


Meinung: 

Die Geschichte beginnt mit dem letzten Tag von Savannas Leben als richtiger Mensch. Was das bedeutet, soll der Leser schon bald erfahren ;)
Abgesehen davon werden wir nach und nach ausführlich in die Welt der beiden Protagonisten eingeführt. Hierzu nutzt die Autorin jeweils die Ich-Perspektive. Auch, wenn dies dem Verstehen der Protas natürlich gut tut, sind die Wechsel vor allem zu Beginn recht abrupt, was mich anfangs etwas verwirrt hat :D 
Die 22 Clann-Kinder beherrschen die Schule, niemand legt sich mit ihnen an. Zu groß sind die Macht und der Einfluss der Gründerfamilien, auf so ziemlich jeden zwischenmenschlichen oder gar beruflichen Aspekt. Und die Angst der "normalen" Einwohner sitzt sogar noch tiefer. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, die Nachfahren seien Hexen, die ihnen mit Magie schaden können. 
So kommt es, wohl durch Magie begründet, dass sowohl Savannah als auch Tristan es körperlich merken, wenn der andere sich nähert... 
Doch was keiner der beiden weiß, ist, dass es ihnen ähnlich ergeht. Keiner von ihnen schafft es damit aufzuhören, an den anderen zu denken. Als dann eine mysteriöse und Krankheit bei Savannah ausbricht, ahnt keiner der beiden wie weit diese ihrer beider Leben verändern und -vor allem- gefährlicher machen soll.

Vorab sei gesagt, dass Band 1 sehr emotional daherkommt. Zwar geht es natürlich auch um das äußere Konstrukt, jedoch steht deutlich die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten im Vordergrund. Und auch, wenn mir die beiden sympathisch waren, war mir das Hin und Her dann doch leider etwas zu viel. Für meinen Geschmack wurde dieses "Kriegen-sie-sich", "Kriegen sie sich nicht" und "kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren" etwas zu ausgeprägt, wodurch für mich ein paar Längen entstanden. Schade! Hätte man diese Szenen reduziert, hätte mir das Buch deutlich besser gefallen, denn eigentlich hat die Geschichte eine wirklich gute Grundidee und mehr als interessante Züge!

Ich für meinen Teil werde diesen ersten Band einfach mal unter einer "ausgedehnten" Einführung in die Welt der beiden ansehen, denn sowohl die Charaktere als auch die Storyline haben für mich echt Potential! Wer über die Längen hinwegsehen kann, wird eine schöne, spannende und interessante Geschichte vorfinden, die wirklich neugierig darauf macht, wie es in Jacksonville weitergeht. Band 2 wird definitiv in absehbarer Zeit in mein Regal wandern ;) 



mein Fazit: 
                                 3 von 5 Sternen



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Blogtour "Die Blausteinkriege" - finaler Tag und Bekanntgabe der Gewinner




Hallo ihr Lieben, 

leider ist unsere Blogtour zu T.S. Orgels "Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berunauch schon wieder vorbei... 
Es hat mir viel Spaß gemacht mit euch!

Vielen Dank an alle, die uns verfolgt und bei unserem Gewinnspiel teilgenommen haben! Es waren ein paar sehr interessante Antworten dabei :) 


Jaaaa, ich weiß. Das wollt ihr alles gar nicht wissen. Ok, ok, hier nun also die Gewinner ;)

Vorab noch einmal ein ganz dickes Dankeschön an T.S. Orgel! Er bat darum, noch einen zusätzlichen Preis auszuspielen, für alle, die volle 6 Lose gesammelt haben:

Here we go!

Gewinn 4: über den Zusatzgewinn -Blausteine- darf sich Charleens Traumbibliothek freuen

Gewinn 3: über das Poster darf sich Fatma Saydam freuen

Gewinn 2: das ebook geht an Bellas life 

und (kleiner Trommelwirbel)...


der erste Preis, die signierte Printausgabe, wird bei Katis Buecherwelt ins Regal einziehen



Herzlichen Glückwunsch!


Bitte lasst uns schnellstmöglich eure Adressen, bzw. beim eBook das Wunschformat, zukommen. Diese schickt ihr einfach per Mail an: susy.spoerler@gmail.com mit dem Betreff "Blausteinkriege". Ihr habt dafür eine Woche Zeit. 
Sollten sich bis kommenden Mittwoch, den 30.12.2015 nicht alle Gewinner zurückgemeldet haben, besteht kein Gewinnanspruch mehr und der Gewinn wird neu unter den Bewerbern verlost.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Für Verlust (oder Ähnliches) auf dem Postweg kann keine Haftung übernommen werden.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße 
Jacqueline

Samstag, 19. Dezember 2015

All die verdammt perfekten Tage - Oder "Indiana erwandern" mal anders ;)

Quelle: Limes
All die verdammt perfekten Tage
von Jennifer Niven  

Originaltitel: All the Bright Places
Originalverlag: Knopf Books for Young Readers, New York 2015
aus dem Amerikanischen von: Alexandra Ernst

Erscheinungstermin: 28. Dezember 2015 
Paperback, Klappenbroschur
400 Seiten,
ISBN: 978-3-8090-2657-0 

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis) 

ebook € 11,99 [D] | CHF 14,00 * (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Limes





die Autorin: 

Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort, wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzerreißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren »literarischen« Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte.


Klappentext:

Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will


Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…
 


Zitate:
"An den Feiertagen habe ich geschlafen, am Erntedankfest, an Weihnachten und über Silvester und Neujahr. Ich kann nicht sagen, was diesmal anders war, aber als ich aufwachte, fühlte ich mich noch toter als gewöhnlich." Seite 10

"Und für einen kurzen Augenblick spüre ich es: den Frieden und die Leere im Geist, als ob ich bereits tot wäre." Seite 16
"Ich beuge mich vor, bin eine menschliche Rakete. Bin. Das. Auto. Und ich schreie, weil mich der Lärm noch wacher macht." Seite 66
"Du bist alle Farben auf der Welt in ihrer ganzen Herrlichkeit." Seite 182 

Charaktere:

Theodore wird von allen als Freak bezeichnet. Er macht in der Schule Ärger, prügelt sich, ist wild und aufbrausend. Er macht was er will und wann er es will! Aber, was die meisten nicht erkennen, ist, dass es sein größter Wunsch ist GESEHEN zu werden. Nicht "sehen" im üblichen Sinn natürlich, sondern als Mensch. Er ist auf der Suche nach sich selbst und die meisten seiner Dummheiten sind nur darin begründet, dass er spüren MUSS, dass er lebt! 

Violet hat eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann. Ein behütetes Elternhaus, gute Noten und sie ist bei allen beliebt. Wäre da nicht der Unfall, bei dem ihre Schwester Eleanor starb und an dem sie sich die Schuld gibt. Im Gegensatz zu Theodore, versucht sie alles, um NICHT gesehen zu werden. Einst war sie ein Mädchen mit Träumen und Plänen. Heute ist nicht mehr viel von ihr übrig. 


Meinung:

Die Geschichte beginnt recht skurril. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber lachen. Als sich Theo mal wieder an den Rand des Selbstmords begibt, um sich lebendiger zu fühlen, trifft er -auf dem selben Turm am Rand stehend- auf Violet. Obwohl es für den Leser den Anschein hat, als hätte er mit seinem Leben abgeschlossen, setzt er in diesem Moment alles daran, Violet vom Springen abzuhalten... Als sie dann kurz darauf gemeinsam ein Schulprojekt absolvieren müssen, beginnt für die beiden ein neues Leben. 

Jennifer Niven hat es geschafft, mich auf eine zauberhafte Reise zu entführen, auf der ich so ziemlich alle Emotionen empfinden durfte, die einem beim Lesen möglich sind.
Ich habe gelacht, wegen Theos losem, aber oftmals auch poetischem Mundwerk - aber auch geweint, so ergreifend waren einige der Szenen für mich. 
Hierbei spielen natürlich die beiden Protagonisten die größte Rolle. Erzählt wird im Wechsel zwischen ihnen, jeweils aus der Ich-Perspektive. Sie sind liebevoll ausgearbeitet, mit all ihren Stärken, Schwächen, Ängsten und Träumen: zwei eigentlich komplett unterschiedliche Menschen, die versuchen, sich gegenseitig beizubringen zu leben. 
Sowohl Violet als auch Theo sind unheimlich liebenswert und authentisch. Nicht selten habe ich plötzlich laut losgelacht, so vertieft war ich in die humorvolle aber auch traurige Geschichte um die beiden.

All die verdammt perfekten Tage ist für mich ein Buch, dass mich von Anfang bis Ende mitreißen konnte. Nicht nur, dass die vielfältigen Emotionen einen in die Geschichte versinken lassen, sondern auch die Tatsache, dass man oftmals selbst ins Grübeln kommt, haben dieses Buch für mich zu etwas Besonderem gemacht.
Wie einfach kann es sein, jemand anderen glücklich zu machen? Habt ihr darüber schonmal nachgedacht? Die Reise der beiden zeigt nur ein paar der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten dazu, vielleicht kann man sich ja Inspirationen holen ;)
Aber natürlich sind auch die traurigen Aspekte mit vielen Gedanken verbunden. 
Violets Umgang mit dem Tod ihrer geliebten Schwester zum Beispiel, zeigt uns einmal mehr, wie unterschiedlich Menschen mit solchen Dingen umgehen und wie wichtig es ist, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Vielleicht gibt es ja jemanden, der Hilfe benötigt, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht.

Bewegend und emotional, ich hätte noch stundenlang weiterlesen können!


Vielen herzlichen Dank an Limes für dieses Rezensionsexemplar!


mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Donnerstag, 17. Dezember 2015

Blogtour Die Blausteinkriege #1 - Tag 2


Hallo und herzlich Willkommen zu unserer Blogtour zu Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun :)



Ich hatte das große Glück, die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel etwas "ausquetschen" zu dürfen, was ich nach dem wirklich tollen Buch (*zur Rezi*) sehr genossen habe! Herausgekommen ist für mich ein wirklich sympathisches Interview, das mir viel Spaß gemacht hat! Aber ich will euch nicht zu lange auf die Folter spannen und schon geht´s los:


Quelle: http://www.ts-orgel.de


1. Darf man nach der Geschichte hinter der Widmung fragen? Ich meine, nicht, dass ich sie nicht nachvollziehen könnte, das können vermutlich viele ;) Für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, die Widmung lautet: "Für unsere Deutschlehrer. Die guten und ... die anderen."

Tom: Da gibt es eigentlich keine große Geschichte. Wir hatten in unserer Schulzeit einige wenige gute Deutschlehrer, die einem Schüler wirklich den Spaß an Sprache und gut erzählten Geschichten vermitteln konnten. Bei denen wollten wir uns damit eben bedanken (und hier wird dafür gesorgt, dass sie es auch mitbekommen). Und dann hatten wir auch den einen oder anderen wirklich schlechten Deutschlehrer, von der Sorte, die einem prophezeit, eines Tages bei der Kanalreinigung zu arbeiten oder Terrorist zu werden, die einem aber dafür nichts beibringt und es schafft, einer ganzen Menge Schüler das Lesen zu vermiesen. Auch bei denen wollten wir uns eben bedanken. Von denen konnte man wenigstens lernen, wie man es nicht macht. So ist dann jeder zu etwas nütze.
Stephan: Ich hatte glücklicherweise einige Jahre lang einen Deutschlehrer der selbst dann noch einen motivierenden Kommentar unter meinen Aufsatz geschrieben hatte, als ich das Thema komplett verfehlte (ich war aber auch arg abgedriftet – mutmaßlich einer meiner ersten Versuche im Fantasy-Genre).


2. Wie seid ihr auf die Idee gekommen zusammen zu schreiben und Butter bei die Fische -was passiert, wenn ihr unterschiedlicher Meinung über den Fortgang der Geschichte seid??

Stephan: Der Tom hatte schon in seiner Jugend irre lange und ausschweifende Romane geschrieben, die nach seiner eigenen Aussage heutzutage nicht mal er selbst noch lesen würde, während ich lange Zeit gar nichts damit am Hut hatte. Angefangen hat es vermutlich dann bei einem Online-Textrollenspiel (ein sogenanntes MUD) wo wir als „Götter“ unsere eigene Region programmieren und beschreiben konnten (daher kommen übrigens auch einige unserer Zwergencharaktere) und irgendwann haben wir dann bei einem Schreibwettbewerb mitgemacht bei dem wir es vermutlich nicht einmal in die Vorauswahl schafften – dafür war es eine spaßige Erfahrung und unsere ersten Schritte in Richtung Roman. Richtig Blut geleckt hatten wir zusammen mit Carsten Steenbergen bei unserem Online-Roman „Steamtown“ der uns eine Agentur und dadurch indirekt auch einen Vertrag mit Heyne verschafft hat. Jedenfalls haben wir dadurch schon früh gemerkt, dass wir gut zusammen schreiben können und auch relativ ähnliche Vorstellungen davon haben, was wir schreiben wollen. Das ist glücklicherweise ein Grund, warum wir selten wirklich unterschiedlicher Meinung sind. Wenn es mal Klärungsbedarf gibt, wird zwar schon mal länger telefoniert und diskutiert, aber am Ende finden wir bislang immer einen Kompromiss ohne dass Blut fließen muss (ziemlich langweilig, oder?).
Tom: Wir hatten ’95 oder ’96 schon mal zusammen an einer Kurzgeschichtenausschreibung von ... ich glaube Klett Kotta teilgenommen (irgendwas mit „Wilder Süden“). Einfach, weil wir eine Geschichte irgendwo einreichen wollten, und deshalb ziemlich frech mit einer absichtlichen Themaverfehlung mitmachten. Nach dem Wettbewerb haben sie uns trotzdem eine Ausgabe des Silmarillion zugeschickt, das eigentlich nur die Bestplatzierten bekommen sollten. Obwohl wir nie als Gewinner vermerkt wurden. Ich fand das schon motivierend und ein Hinweis darauf, dass wir zusammen gar nicht so schlecht sind.


3. Was habt ihr sonst noch für Hobbies, außer Schreiben und Rollenspiele?

Tom: Dinge mit meinen Söhnen zu machen zum Beispiel. Im Sommer haben wir uns mit schwimmen-lernen beschäftigt – und außerdem ist ja einer der Gründe, warum man sich Kinder anschafft auch, dass man wieder ungestraft mit Lego konstruieren und im Garten Hütten bauen kann. Und neben lesen und der gelegentlichen Netflix-Serie ist eines meiner wichtigsten Hobbies, ständig davon zu reden, dass ich irgendwann mal endlich wieder Sport machen sollte (sollte ich wirklich).
Stephan: Kino, Serien schauen und reisen (zum Glück ist meine Freundin ein geborenes Reisebüro und sorgt dafür, dass ich fauler Sack auch mal den Hintern hochkriege um etwas von der Welt zu sehen – von daher vermute ich, dass der Spanischkurs zum Geburtstag mehr als nur ein dezenter Hinweis war … ). 


4. Sind zukünftig weitere gemeinsame Projekte außer den Blausteinkriegen geplant?

Stephan: Wenn es nach uns ginge, könnten wir immer so weiter schreiben. Gern auch hauptberuflich. Neben den Blausteinkriegen bemühen wir uns, zusammen pro Jahr mindestens ein bis zwei Kurzgeschichten irgendwo zu veröffentlichen und wenn die Reihe fertig geschrieben ist, hoffen wir natürlich, dass bereits ein neuer Vertrag unterschrieben ist. Gemeinsame Ideen haben wir noch mehr als genug.


5. Gibt es bei euch "Themengebiete" nach denen ihr splittet? Also kümmert sich immer der Selbe um z.B. die emotionaleren oder die actionreicheren Elemente, oder macht ihr generell ALLES gemeinsam?
Uuuund, Hand auf´s Herz: Wer ist bitte für die Gossensprache zuständig? Ich geb´s zu, das sind zumeist meine Lieblingsszenen :D

Tom: Eigentlich nicht. Wir splitten nach Erzählsträngen. Jeder von uns schreibt einen der beiden Hauptstränge und ein, zwei Nebenstränge (wobei letztere durchaus dort, wo es angebracht ist, schon mal den Autoren wechseln). Wir sind also jeder für die gleichen Sachen zuständig. Nach vier Bücher haben sich allerdings unsere Stile weit genug angeglichen. Und das wiederum bedeutet: Wir sind beide für die Gossensprache zuständig, denn die hängt an der jeweiligen Figur, nicht am Autor.. Wäre ja auch noch schöner, wenn nur einer von uns den ganzen Spaß hätte.


6. Wie muss man sich euren Schaffensprozess vorstellen? Trefft ihr euch und schreibt gemeinsam oder überlegt ihr, wie es weitergehen soll, jeder übernimmt einen Teil und am Ende wird zusammen überarbeitet? Erzählt mal :)

Tom: Wie gesagt: Jeder von uns hat seine eigenen Erzählstränge, die er in Ruhe und zu seiner Zeit schreibt. Fertige Szenen tauschen wir dann aus und lesen gegen bzw. überarbeiten und kommentieren. Geplant wird der grobe Verlauf – nicht der der einzelnen Szenen – samt Schlüsselpunkten und natürlich dem Finale zusammen (und das dann an einem Tisch oder z.B. während einer der Autofahrten zu einer Lesung oder einer der Messen). Und am Ende wird das Ganze zusammengesetzt, verschliffen, mehrfach gegengelesen – und dann gibt’s ja noch das Lektorat. Am Ende hat jeder von uns jede Szene so drei, vier Mal gelesen (und seine eigenen noch öfter), so dass daraus ein rundes Ganzes wird. Sagen zumindest andere Leute. Und das war ja der Plan.


7. Wie entstand eure Liebe zur Fantasy? Und könnt ihr euch vorstellen, euch in anderen Genres zu versuchen?

Stephan: Bei mir war es ganz klar das Rollenspiel und die zugehörigen Romane. Ich denke da vor allem an die Drachenlanze-Reihe, Robert Asprin (Geschichten aus der Diebeswelt) oder die Bücher von R.A. Salvatore. Da ich der Jüngere von uns beiden bin, habe ich mich in der Hinsicht auch ziemlich von meinem großen Bruder beeinflussen lassen und alles gelesen, was er so angeschleppt hat. Irgendwann war das Interesse bei mir allerdings auch wieder erlahmt, bis dann Richard Schwartz und vor allem Joe Abercrombie meine Leidenschaft für das Genre wieder geweckt haben. In der Zwischenzeit habe ich querbeet so ziemlich in alle Genres reingeschnuppert und könnte mir vorstellen, auch mal einen ordentlich düsteren Krimi oder Thriller zu schreiben. Historienromane wären zwar auch ein tolles Thema aber dafür muss man schon arg viel recherchieren (ich habe deshalb auch großen Respekt vor der Hintergrundarbeit die meistens in so einem Roman steckt).
Tom: Auch bei mir war Rollenspiel einer der entscheidenden Faktoren, vor allem eine bestimmte AD&D-Runde. Und wie Stephan schon sagt – wir haben weitgehend die gleichen Sachen gelesen. Bei mir kommen sicher noch als prägend einige Dutzend der Forgotten Realms-Romane dazu, die nie ins Deutsche übersetzt wurden, und eine ausgewogene Mischung der beiden Gründerväter der modernen Fantasy: Tolkien und Robert E. Howard – bis ich dann Pratchett entdeckt habe. Aber da wir tatsächlich ohnehin alles Mögliche lesen, wäre irgendwann mal ein Thriller (vielleicht auch Mystery-Thriller) wirklich reizvoll. In unseren Kurzgeschichten tendieren wir ja ohnehin ein wenig zu Lovecraftschem Gegenwartsgrusel.


8. Was meint ihr, wieviel Liter Blut sind allein in Band 1 geflossen???

Tom: Wenn ich so darüber nachdenke, ist das ziemlich schwer zu ermitteln. Wie viele von seinen rund fünfeinhalb Litern verliert zum Beispiel jemand durch einen Schwertstich in die Brust – und wie viel fließt bei einer Enthauptung? Und dann die Variablen: Wieviele Leute genau wurden bei einer gewissen Schlacht an einer gewissen Brücke eigentlich verletzt? Da kommen leicht Ungenauigkeiten von einigen hundert Litern zusammen. Nein, da kann ich keine sinnvolle Schätzung abgeben. Auf jeden Fall weniger als beim ersten Orks vs. Zwerge-Band. Viel weniger! ;) Ich denke, das ist eher eine Frage für einen Fan. Der dann wohl entweder ziemlich cool oder aber ausgesprochen unheimlich ist...
Stephan: Stimmt. Möchte man denn wirklich jemanden kennen, der es sich zur Aufgabe macht, ganz rational die Literzahl auszurechnen? (obwohl ich es ganz lustig fand, dass sie z.B. kürzlich ausrechneten wieviel Geld James Bond den Steuerzahler in allen seinen Filmen gekostet hätte oder wieviel Promille er in Casino Royale gehabt haben muss).


9. Habt ihr Lieblingscharaktere, oder könnt ihr euch gar mit einer der Personen -zumindest ein Stück weit- identifizieren?

Stephan: Ich versuche, mich zumindest in jeden der von mir geschriebenen Charaktere hineinzuversetzen. Ich will ja seine Beweggründe verstehen und nachvollziehen können, warum er dieses und jenes tut, selbst wenn es nach unseren moralischen Maßstäben böse ist. Als Beispiel denke ich da an Ordensfürst Cajetan ad Hedin der von den meisten Lesern als unheimlich und skrupellos angesehen wird, den ich aber mit meinem Hintergrundwissen durchaus verstehen kann. Dann gibt es natürlich noch den einen oder anderen Charakter der nach meinen eigenen moralischen Maßstäben handelt und den ich deswegen besonders mag. Aber als gemeiner Autor bin ich mir nicht zu schade, gerade solche Leute Situationen auszusetzen, in denen ihr schönes Weltbild ins Wanken gerät. 
Tom: Letztendlich kann und muss man ja sagen: in jeder Figur die man schreibt, steckt ein Stück von einem selbst. Auch in Drecksäcken wie Meister Messer. Denn wir sind es schließlich, die ihnen eine Stimme verleihen. Aber ich würde nicht so weit gehen und mich mit einer bestimmten Figur selbst identifizieren. Das würde vermutlich weder Figur noch Geschichte gut tun, wie man an einer Menge von Beispielen sieht, in denen Autoren genau das getan haben. Ich denke, bei uns beiden ist jede einzelne Figur ein ziemliches Gemisch aus Inspirationen durch fiktive und reale Personen, Eigenschaften, die nützlich oder zumindest interessant sind und Notwendigkeiten der Geschichte. Auch wenn ich zugeben muss, dass meine persönlichen Lieblingsfiguren in dieser speziellen Geschichte die alten Kriegsknechte aus den Reihen der Schildbrecher sind.

10. Würdet ihr das Werk gerne verfilmt sehen? Gibt es vielleicht schon Anfragen? Ich hätte ja schon so manche Idee für eine Besetzung :D

Tom: Verfilmt?! Nein! Auf keinen Fall! Nicht als HBO-Serie und erst recht nicht als Kinofilm! Ich meine – wer will das schon?! Absurde Idee. Ich kenne keinen Autor, der das und das damit kommende Geld haben wollte. Wir schreiben doch alle Bücher der Kunst wegen und keine schnöde Kinounterhaltung, oder? Wobei Joe Abercrombie mal etwas Interessantes gesagt hat: Das Beste ist es, wenn Optionen verkauft werden, die Verfilmung aber nie zustande kommt. Dann hat man das Geld, man kann sich der Illusion hingeben, dass man einen guten Film bekommt – und wird doch nie enttäuscht wie z.B. bei der Erdsee-Saga.Aber nein, bis jetzt haben wir uns mit dieser Art von Luxusproblemen noch nicht auseinandersetzen müssen. 
Stephan: Wieso fragst Du? Kennst Du zufällig jemanden der Interesse hätte …?

11. So, am Ende natürlich die Frage aller Fragen: Wann dürfen wir uns auf Band 2 freuen, oder dürft/könnt ihr das noch nicht sagen??

Stephan: Oktober 2016. Unser Knebelvertrag mit dem Verlag lässt uns da leider keine andere Wahl. Und eigentlich müssten wir jetzt schon wieder fleißig schreiben aber dann ist draußen schönes Wetter oder plötzlich steht Weihnachten vor der Tür oder jemand möchte ein Interview mit uns machen … Im Ernst: Es ist gut, dass wir einen festen Abgabetermin haben. Wir sind nämlich beide ziemlich faul und brauchen einfach diesen gewissen Termindruck. 
Tom: Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: Vielen Dank für die interessanten Fragen.
Es freut mich sehr, wenn sie euch gefallen haben ;) Einen ganz herzlichen Dank auch von mir, für das tolle Interview sowie der Beantwortung selbst der blödesten Fragen :D Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg bei euren Projekten und hoffe einfach weiterhin auf meine heißersehnte Verfilmung :D 


So, und nun seid ihr dran :) 

Das müsst ihr tun, um am Gewinnspiel teilzunehmen:

Hinterlasst mir einfach einen Kommentar, in dem ihr schreibt, was ihr die beiden gerne fragen würdet. Ihr könnt insgesamt sechs Lose sammeln, indem ihr bei jedem Beitrag der Tour einen Kommentar hinterlasst. So erhöht sich eure Chance auf einen der tollen Gewinne :)

Und das könnt ihr gewinnen:

1. Preis: Signierte Printausgabe von "Die Blausteinkriege - Das Erbe von Berun"
2. Preis: Ebook "Die Blausteinkriege - Das Erbe von Berun"
3. Preis: Poster zu "Die Blausteinkriege - Das Erbe von Berun"

Hier sind die Teilnahmerichtlinien:
  • Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden (Gewinnerpost) und das Ihre Adresse dem Verlag zwecks Gewinnerversand übermittelt wird
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • Versand nach Deutschland - Österreich - Schweiz
  • Für den Postweg wird keine Haftung übernommen
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich

Ich drücke euch die Daumen!! 

Schaut doch auch in den nächsten Tagen vorbei:

am 16.12.2015 wart ihr ja bereits bei Susy 
am 18.12.2015 bei Andrea
am 19.12.2015 bei Sanny
am 20.12.2015 bei Verena und
am 21.12.2015 bei Nadja

Wir freuen uns auf euch!